Bike & Car Storys

Dodge Monaco 1967, das Rock n Roll Mobil aus dem Fürstentum

Text und Fotos: Liechtenstein 2010

Ein Auto fährt auch ohne polierten Chrom und überflüssige Zierleisten

Was einst als besser ausgestattete Variante des Dodge Polara das Band in den USA verließ ist nun genau das, was Reini aus Lichtenstein sich unter einem echten rockigen Klassiker vorstellt. Ein Auto das „rattig“ über die Strassen rollt, technisch aber absolut Top ist. Servello Reinhardt, wie Reini richtig heißt ist gebürtiger Liechtensteiner und betrieb über einige Jahre hinweg eine kultige Bar im Fürstentum, bis ich das Fernweh packte, er seine Bar verkaufte und er sich auf einen Trip durch die USA machte. Nebenbei betrieb er schon einen Shop mit klassischen Harleys und da ist die Liebe zu alten V8 Autos nicht weit entfernt.

Aus diesem Grunde kam ein Mietwagen gar nicht in Frage, denn so modernen Kram muss man nach seiner Ansicht nicht haben und was ist kultiger, als in einer alten Karre über den Highway zu cruisen. Irgendwo bei einem Händler in Florida entdeckte er nach einigen Tagen den 1967er Dodge Monaco, der zu dem Zeitpunkt noch in ziemlich guten Zustand war, kaufte den Wagen sofort und machte sich auf seinen Trip durch die USA. Von Florida führte ihn sein Weg quer durch insgesamt 14 Bundesstaaten und der Monaco erwies sich als problemloses Gefährt, nur passt so ein glänzendes Gefährt in Metallic Grün gar nicht zu ihm. In San Diego, wollte er eh einige Tage bleiben und kurzerhand wurde der Monaco dort bei einem örtlichen Lackierer in Matt Schwarz lackiert und Reini hatte Zeit sich nach einigen Harleys umzuschauen.

Der Plan war ursprünglich das Auto in den USA wieder zu verkaufen und vielleicht einige alte Harleys mit nach Europa zu bringen, doch zurück in Florida und ca. 20.000 Kilometer später war ihm klar, das er und der Monaco zusammen gehören. Ohne technische Probleme spulte er Meile um Meile ab und was spricht dagegen, ihn in einen Container zu packen und mit den Bikes auf den langen Weg nach Europa zu schicken. Zurück im Fürstentum legte er den Monaco durch verändern der Drehstäbe tiefer und ein Satz neue Reifen waren nach seinem Trip ebenfalls fällig. Entsprechend wurden die schon in den USA eingekauften 7×15 Felgen für vorn und 9×15 Felgen für hinten mit 235er und 275er Gummis bestückt um die Radhäuser besser zu füllen und, wie sollte es anders sein, in Mattschwarz lackiert. In seiner Heimatstadt Vaduz, die vielen Bekannt ist, die den einen oder anderen Euro anlegen wollen, wird das Straßenbild von Fahrzeugen beherrscht, die jenseits der 100.000 Euro Grenze angesiedelt sind. Nicht selten sieht man dort Ferraris, Lamborghinis und natürlich etliche Luxuslimousinen aus Stuttgart und München. Reinis Monaco fällt dort mit Sicherheit auf, wie ein pinkfarbener Elefant im Zoo, was ihm jedoch sichtlich Freude bereitet.

Obwohl der Monaco, optisch ziemlich runter geritten ist, dient er Reini als Alltagsauto, denn im Fürstentum sind die Wege recht kurz, so dass man sich keine Sorgen um den Benzinverbrauch machen müsste. Der 383 cui Small Block der 198 KW (270 PS) leistet reicht nicht nur zum cruisen, sondern auch um den einen oder anderen schwarzen Strich auf den Asphalt zu zaubern, oder durch das örtliche Kieswerk zu driften. Natürlich kennt der Liechtensteiner als ehemaliger Barbesitzer eine Menge an Mädels in Liechtenstein, die sofort bereit waren uns beim Fotoshooting zu begleiten, was wiederum für Kopfschütteln bei den Finanzkräftigen Besuchern des Fürstentums sorgte, als er mit 3 Girls in dem Monaco unterwegs war, der dank einer modifizierten Auspuffanlage nicht zu überhören ist.

Der Innenraum so Reini, ist zwar auch ziemlich runter geritten, aber bequem und man braucht sich keine Sorgen zu machen, wenn man einmal mit einer Arbeitshose einsteigt. Im Winter muss er einmal überholt werden und bekommt dann frisches Leder und einen neuen Teppich in freundlichem Schwarz sagt er uns und sicherlich wird er irgendwo einen Polsterer auftreiben, der das Leder gleich wieder so bearbeitet, als wenn es schon 20 Jahre in dem Auto ist, denn alles andere wäre Stilbruch. Übrigens hat er sich damals aus den USA noch zwei alte Harley mitgebracht und hat sie ebenfalls in seinem Stil restauriert, was auf Shows immer wieder gut ankommt und so bleibt er seinem Stil treu. Irgendwie ist das was er macht und er selber genau das, was man als echten Rock n Roll bezeichnet.

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