Bike & Car Storys

Starchoppers 68, The Truth

Wenn man einen Fototermin mit einem Bike hat, dann kommt der Besitzer in der Regel mit einem perfekt geputzen Bike angerollt, hat diverse Tücher und Reinigungsmittel im Rucksack und alles riecht nach frischer Politur. Ganz anders bei Toddi, der als einziges bemerkte, dass die Karre recht sauber sei, weil er einige Tage zuvor im Regen unterwegs war.

Was ist das für ein Typ und was ist das bitteschön für ein Bike, dass aussieht als wenn es keine 10 Kilometer am Stück fährt, ohne liegen zu bleiben. Toddi, der seit Jahren als seine Passion sieht, alte Harleys so umzubauen, dass sie ihm gefallen, gehört zu den Typen, die kein Blatt vor den Mund nehmen und der einen Scheiss darauf gibt, wenn man ihm vorwirft, klassische Bikes zu „verunstalten“. „Ich mache aus Schrott den ich zusammensuche wieder fahrbare Bikes die mir gefallen sagt Toddi. Das muss nicht jedem gefallen, sondern ich mach das so wie ich es cool finde.“ Dieses Bike ist seine Alltags- Bitch mit der sehr wohl mehr als 10 Kilometer am Stück möglich sind. Man sollte sich nicht von der Optik täuschen lassen sagt er uns, denn da ist fast alles komplett überholt, nur nicht neu verchromt oder geputzt. Das Herzstück des Bikes bildet ein 1953er Panhead Motor, der komplett revidiert wurde.

Mit neuen Kolben, überholter Kurbelwelle, neuen Lagern und Dichtungen, ist er sogar komplett dicht und springt meistens auf den ersten Kick an. Mit dem 42er Dellorto Vergaser, einer Speed Fire Zündung und einem Ratchet Top Getriebe ist der Ofen so zuverlässig wie früher und da sind die Amerikaner schließlich auch etliche Meilen gefahren. Der Auspuff ist ein Eigenbau und hat sogar Schalldämpfer montiert, denn die Polizei soll ja nichts finden, um den Ofen still zu legen. Der Rahmen ist ein klassischer Wishbone Rahmen, der komplett original blieb und das war es auch schon mit originalen Teilen an dem Bike. Der Rake von 3° wurde über geänderte Lagerschalen erreicht und um einen vernünftigen Nachlauf zu gewährleisten, ist die Gabel um 4“ länger als Stock. Der Heckfender stammt aus einer Lagerauflösung, wo er gleich mehrere kaufte und sich den Fender für sein Projekt anpasste. Der Tank stammt von einer alten NSU und die Sitzbank so wie die Sissybar wurden ebenfalls selbst angefertigt. Für etwas Licht sorgt ein Snooker Scheinwerfer und das Rücklicht fertigte er aus Resten an, die er in seiner kleinen Werkstatt gefunden hat.

Gebremst wird klassisch mit Trommelbremsen die er in Speichenräder monierte, die andere Leute nicht mehr gebraucht haben und auf einem Flohmarkt angeboten haben. Hinten arbeitet sogar eine hydraulische Trommelbremse, die gleichzeitig auch als Kettenrad dient.  Der Lenker, so Toddi ist mein Stil und selbst gemacht, nur ganz ehrlich fährt sich das nicht so klasse, aber da muss man halt durch, wenn man seinen Stil durchziehen möchte. Die Fußrasten, der Öltank, Griffe und Hebel stammen ebenfalls vom Teilemarkt; nur die Flammen auf dem Tank sind recht frisch von Chikos Pinstriping gemacht und sehen aber auch passend zum Bike aus, als wenn es seit 50 Jahren in der Ecke steht. Seitdem Toddi das Bike fährt hat es ausser Regen kein Wasser gesehen und auf dem Ölfilter haben sich schon reichlich Gummireste vom Abrieb angesammelt. Wenn man es richtig betrachtet, dann ist das Toddis Beitrag zum Recycling, denn von der Umweltbilanz dürfte die Herstellung so viel Recourcen verbraucht haben, wie ein moderner Staubsauger, nur dass man mit dem Bike mehr Spass hat und es die Motorradfans in zwei Lager teilt.

Zum einen die Bewunderer für den Stil und zum anderen Leute die es nicht verstehen, wie man altes Zeug so verunstalten kann. Toddi ist das wurscht, für ihn zählt es seinen Stil zu bauen und möglichst pannenfrei zu den Oldschool treffen zu kommen.

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